Lipödem
Das Lipödem ist eine krankhafte, schmerzhafte Veränderung des Fettgewebes, die nahezu ausschließlich Frauen betrifft. Dabei spielt es keine Rolle, ob die betroffene Person schlank oder übergewichtig ist. Die Einteilung in die Stadien 1 bis 3 sagt daher nichts über den Schmerzgrad aus.
Die Basistherapie nach der Diagnose umfasst Kompressionsbehandlungen, Lymphdrainage sowie gegebenenfalls ein angepasstes Ernährungs- und Sportprogramm und Hautpflege unter Kompression. Eine gefäßchirurgische Untersuchung sollte ebenfalls durchgeführt werden.
Wenn nach etwa einem Jahr konservativer Behandlung keine Besserung eintritt, kann eine Fettabsaugung in Erwägung gezogen werden, um das krankhafte Fettgewebe zu entfernen. Zwar übernehmen die Krankenkassen die Kosten mittlerweile häufiger als noch vor zehn Jahren, jedoch erfolgt die Kostenübernahme weiterhin häufig nur im Einzelfall, da die Kriterien für eine Krankenkassenleistung ausschließlich für das Lipödem im Stadium 3 festgelegt sind.
Wird eine operative Behandlung notwendig, wird in der Regel zunächst in einer Operation der Oberschenkel fast vollständig, kreisförmig abgesaugt. Das Absaugvolumen beträgt dabei maximal 8 % des Körpergewichts. Dieser Eingriff wird stationär durchgeführt, da er mit einem erhöhten Risiko für Kreislaufprobleme verbunden ist. Eine ambulante Fettabsaugung darf maximal 3 Liter betragen, was bei Lipödem-Patientinnen jedoch sehr selten der Fall ist. Die Fettabsaugung erfolgt dabei so, dass die Lymphbahnen nicht beschädigt werden, was sie etwas von einer ästhetischen Fettabsaugung unterscheidet.
Zur Nachbehandlung legen wir Drainagen an, um den Patientenkomfort zu erhöhen, da in den ersten Tagen nach dem Eingriff erhebliche Flüssigkeitsmengen austreten können. Während des stationären Aufenthalts wird Kompressionswäsche angelegt. Direkt nach der Entlassung folgt die verordnete Lymphdrainage, da die abgesaugten Bereiche zunächst verhärten und durch Blutergüsse beeinträchtigt sind. Diese Verhärtungen klingen in der Regel innerhalb der ersten drei Monate ab.
Eine zweite Operation wird frühestens 5 bis 6 Monate nach der ersten durchgeführt, wenn die Patientin ausreichend regeneriert ist. In dieser Sitzung werden die Unterschenkel kreisförmig abgesaugt sowie verbleibende Fettgewebsreste an den Oberschenkelrückseiten bis hin zum Gesäß entfernt. Nach der Operation wird in der Regel neue Kompressionswäsche mit angepassten Abmessungen verordnet, üblicherweise 6 bis 12 Wochen nach dem Eingriff.
Das Hauptziel der Behandlung ist eine deutliche Schmerzlinderung, nicht der Verzicht auf Kompressionswäsche. Etwa 85% der Patientinnen müssen weiterhin Kompressionskleidung tragen, jedoch mit deutlich mehr Komfort und einer spürbaren Verringerung von Umfang, Schmerzen und Schwellungen.
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